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Die Bewältigung der Integrationskomplexitäten in Unternehmen nach Fusionen.

Von Max Kryvoshlyk

Mitglied des Forbes Council

Max Kryvoshlyk ist Gründer und CEO von FlexMade, einem führenden Unternehmen im Bereich der kundenspezifischen Softwareentwicklung.


Mit 18 Jahren Erfahrung in der Führung eines Softwareentwicklungsunternehmens habe ich mit Kunden aus verschiedenen Branchen zusammengearbeitet, darunter Einzelhandel, Telekommunikation und Online-Medien. Fusionen und Übernahmen sind gängige Wachstumsstrategien in diesen Bereichen. Obwohl diese Transaktionen ein immenses Wachstumspotenzial bieten, sind sie oft mit versteckten Kosten verbunden.


Eine der hartnäckigsten und am meisten übersehenen Herausforderungen ist die Integration von Systemen und Prozessen in neu fusionierten Unternehmen. In der Theorie sollte die Zusammenführung zweier Unternehmen Effizienzsteigerungen ermöglichen, in der Praxis wird dies jedoch oft durch fragmentierte Systeme behindert, die lange nach Abschluss der Transaktion bestehen bleiben.

1. Das Problem mit fragmentierten Systemen

Nach einer Akquisition konzentrieren sich Unternehmen häufig auf das Rebranding, die Angleichung der Marketingstrategien und die Bekanntgabe der Fusion an Kunden und Aktionäre. Was jedoch weniger betont wird, ist, was intern geschieht. Es kommt häufig vor, dass die externe Marke vereinheitlicht wird, während interne Prozesse und Altsysteme fragmentiert bleiben. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Teile des Unternehmens in Silos arbeiten und inkompatible Tools verwenden, die nicht effektiv miteinander kommunizieren.


Ich bin dieser Herausforderung bei der Zusammenarbeit mit großen Organisationen mehrmals begegnet. Nachdem wir maßgeschneiderte Softwarelösungen für einen Geschäftsbereich entwickelt hatten, stellten wir fest, dass der Erfolg in anderen Unternehmensbereichen nicht wiederholt werden konnte, da diese mit völlig unterschiedlichen Systemen arbeiteten. Was eine unternehmensweite Verbesserung hätte sein können, wurde durch inkompatible Infrastruktur eingeschränkt.

2. Warum Unternehmen sich gegen Integration sträuben

Es gibt mehrere Gründe, warum Unternehmen zögern, ihre Systeme nach einer Akquisition vollständig zu integrieren:


Risikominimierung: Viele Unternehmen befürchten, dass die Umstellung auf neue Systeme den laufenden Betrieb stören könnte. Sie sind der Ansicht, dass Legacy-Systeme, obwohl veraltet, eine sicherere Option für die Aufrechterhaltung darstellen, da sie sich über die Jahre bewährt haben.


Kultureller Widerstand: Akquirierte Unternehmen haben in der Regel ihre eigenen etablierten Kulturen und Arbeitsabläufe. Die Einführung eines standardisierten Systems in einem neu fusionierten Unternehmen kann zu Widerstand führen. Menschen stehen Veränderungen im Allgemeinen skeptisch gegenüber, insbesondere wenn sie sich auf die Art und Weise auswirken, wie sie bisher gearbeitet haben.


Kostengründe: Die Integration eines neuen, einheitlichen Systems ist mit hohen Kosten und Ressourcen verbunden. Viele Unternehmen scheuen sich, in diesen Prozess zu investieren, insbesondere wenn die unmittelbaren Vorteile nicht immer klar sind.

3. Die Folgen der Fragmentierung

Wenn Unternehmen ihre Systeme nicht konsolidieren, kann dies zu einem Flickenteppich aus Arbeitsabläufen und Technologien führen, der schwer zu verwalten ist. Diese Fragmentierung kann Ineffizienzen, erhöhte Betriebskosten und verpasste Synergieeffekte zur Folge haben. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können mit inkonsistenten Prozessen zu kämpfen haben, was zu einer sinkenden Produktivität und Arbeitsmoral führt. Darüber hinaus kann der Mangel an Integration die Fähigkeit des Unternehmens beeinträchtigen, zu wachsen und sich effektiv an Marktveränderungen anzupassen.

Teamsitzung: Eine diverse Gruppe arbeitet gemeinsam an einem Laptop an einem Holztisch in einem modernen Büro.

4. Das Plädoyer für Integration

Die Integration von Systemen und Prozessen nach einer Fusion ist entscheidend, um das volle Potenzial der Akquisition auszuschöpfen. Ein einheitlicher Ansatz kann die betriebliche Effizienz steigern, die Datengenauigkeit verbessern und eine bessere Kommunikation zwischen den Abteilungen fördern. Er ermöglicht es dem Unternehmen, kombinierte Stärken zu nutzen, Arbeitsabläufe zu rationalisieren und sowohl Kunden als auch Mitarbeitern ein einheitliches Erlebnis zu bieten. Letztendlich legt eine durchdachte Integration den Grundstein für nachhaltiges Wachstum und Innovation.

5. Vorgehensweise bei der Integration

Um eine Post-Merger-Integration effektiv zu gestalten, sollten Unternehmen:


- Eine gründliche Bewertung der bestehenden Systeme und Prozesse durchführen, um Redundanzen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

- Stakeholder beider Organisationen einbeziehen, um Akzeptanz sicherzustellen und kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen.

- Einen klaren Integrationsfahrplan mit definierten Zielen, Zeitplänen und Verantwortlichkeiten entwickeln.

- In Change Management investieren, um Mitarbeiter während des Übergangs zu unterstützen und Widerstände zu minimieren.

- Den Fortschritt überwachen und Strategien bei Bedarf anpassen, um Herausforderungen zu bewältigen und Chancen zu nutzen.

6. Abschließende Überlegungen

Die Post-Merger-Integration ist ein komplexer, aber wesentlicher Prozess, um die gewünschten Ergebnisse einer Akquisition zu erzielen. Durch die Priorisierung der System- und Prozessangleichung können Unternehmen Effizienzsteigerungen erzielen, Innovationen vorantreiben und sich für langfristigen Erfolg positionieren. Obwohl Herausforderungen unvermeidlich sind, kann ein strategischer und integrativer Ansatz zur Integration potenzielle Hindernisse in Wachstumschancen verwandeln.

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